Komplikationen bei LASIK

Wie bei allen chirurgischen Eingriffen können auch bei der LASIK Komplikationen und Nebenwirkungen auftreten. Einige dieser Nebenwirkungen, wie z.B. das Sehen von Lichthöfen um ein Objekt, traten noch viel häufiger auf, als noch mit den früheren Lasergeräten gearbeitet wurde, die einen wesentlich kleineren Bereich behandelten als die heutigen Laser.

Informieren Sie sich bei dem operierenden Arzt über Ihre individuellen Risiken auf Nebenwirkungen sowie über die Vorzüge des Eingriffs, so dass Sie ihre Entscheidung gut abwägen können.

Folgende Nebenwirkungen sind bereits nach einem LASIK-Eingriff aufgetreten:

Verminderung der Sehqualität
Es besteht ein Risiko (zwischen 2,7 % und 4,8 %), nach einer LASIK-Operation an Sehqualität einzubüßen. Betroffene Patienten können nach dem Eingriff auch mit der richtigen Brille auf dem Lesetestbild beim Augenarzt zwei Zeilen weniger lesen.

Leichte Über-oder Unterkorrektur des Brechungsfehlers
Die Augen jedes Patienten heilen auf unterschiedliche Art und Weise und in unterschiedlicher Zeit, was bedeutet, dass die erwartete Sehkorrektur eventuell nicht erreicht wird. Sollte dies der Fall sein, könnte man Ihnen eventuell einen zweiten Eingriff (eine Nachbehandlung) anbieten oder Sie müssen bei einigen Tätigkeiten eine Brille oder Kontaktlinsen tragen. Nachbehandlungserfolge liegen zwischen 5 % und 15 %.

Presbyopie
Presbyopie (Alterssichtigkeit) ist ein altersbedingter Verlust der Fähigkeit, ohne Brille zu lesen, der in der Regel Anfang bis Mitte 40 auftritt. Kurzsichtige Menschen brauchen eventuell keine Brille, wenn Sie Presbyopie entwickeln, da mit dem einfachen Weglassen Ihrer Fernbrille eine ausreichende visuelle Korrektur einhergeht. Eine kurzsichtige Person jedoch, die diese Fehlsicht mit einer LASIK-Operation hat behandeln lassen, gilt im Anschluss daran als normalsichtig und muss damit rechnen, ab Anfang bis Mitte 40 in bestimmten Situationen, wie z.B. beim Lesen, eine Brille zu benötigen.

Probleme beim Tragen von Kontaktlinsen
Sollte nach einer Laseroperation eine weitere visuelle Korrektur notwendig sein, kann das Tragen von Kontaktlinsen aufgrund der Umformung der Kornea mit größeren Schwierigkeiten verbunden sein.

Instabilität der Kornea
Wenn die Kornea aufgrund der Entfernung von zu viel Gewebe während eines LASIK-Eingriffs geschwächt ist, kann es zu einer Vorwölbung der Hornhautmitte kommen, was die Augenoberfläche unregelmäßig macht und die Sehqualität mindert. Bei dem ersten Termin mit Ihrem operierenden Arzt wird dieser Messungen durchführen, um sicherzugehen, dass nach der LASIK Hornhautgewebe von einer Tiefe von 250 Mikron unberührt geblieben ist, da dies ein als sicherer Wert gilt.

Reduzierte Sehschärfe im Dunkeln und erhöhte Lichtempfindlichkeit
Zu den Problemen bei der Nachtsicht gehören Blendungen, Lichthöfe und das Sehen von Sternen um Objekte in der Nacht oder bei Dämmerung, was für manche Menschen eine große Beeinträchtigung bedeutet, insbesondere bei nächtlichen Autofahrten. Die reduzierte Sehschärfe im Dunkeln tritt oft nur vorübergehend auf und dauert zwischen vier bis sechs Wochen, doch in manchen Fällen kann sie auch wesentlich länger anhalten. In der Regel treten diese Probleme bei Menschen mit sehr großen Pupillen häufiger auf.

Empfindlichkeit des Auges
In den ersten Monaten nach der Operation ist das Auge häufig ein wenig druckempfindlicher, es kommt aber selten vor, dass dies schwerwiegende Formen annimmt. Bei 1 % der Patienten bleibt dieses Problem bestehen.

Trockene Augen
Die meisten Patienten leiden nach der Operation unter trockenen Augen, da die Oberflächennerven durchtrennt wurden. Meistens bekommt man das Problem mit Hilfe von benetzenden Augentropfen gut in den Griff. Nur in manchen schwerwiegenderen Fällen ist es nötig, den Tränenkanal mit einem Stöpsel vorübergehend zu verschließen, um den Tränenabfluss zu verlangsamen.

Netzhautablösung
Kurzsichtige Menschen haben ein höheres Risiko von Netzhautablösung, das auch durch eine Laser-Augen-OP nicht gesenkt wird.

Zu weiteren selten auftreten Problemen zählen:

  • Unvollständiger Schnitt der Hornhautklappe (in der Regel behoben durch eine Nachbehandlung nach einigen Monaten)
  • Verlust oder weitreichende Beschädigung der Hornhautklappe
  • Lockere Hornhautklappe, die eventuell festgenäht werden muss, um zu halten.
  • Entzündung durch Schmutz oder Fasern unter der Hornhautklappe
  • Wachsen der Oberflächenschicht (Epithelgewebe) der Hornhaut unter der Hornhautklappe
  • Faltenbildung der Hornhautklappe
  • Blutung oder Verstopfung der Netzhautarterie oder anderer Blutgefäße
  • Eindringen in das Auge mit dem Mikrokeratom und möglicher Verlust des Auges aufgrund einer Hämorrhagie oder Infektion (sehr selten).